Vom Tod ins Leben

Vielleicht erinnert ihr euch an die Nachricht über den entsetzlichen Anschlag in der griechisch-orthodoxen Kirche von Damaskus. Am 22. Juni 2025 hat sich ein Selbstmordattentäter in der vollbesetzten Kirche während des Gottesdienstes inmitten der Menschenmenge in die Luft gesprengt. 22 Menschen kamen dabei ums Leben. Wir nennen sie hier „die Märtyrer des Glaubens”, weil sie aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu Christus getötet wurden.
Die Kirche liegt direkt neben unserer eigenen Gemeinde und wir kennen viele Familien, die dort hingehen. Zum Zeitpunkt des Attentats befanden wir uns allerdings für unsere jährlichen Exerzitien im Libanon. Wir waren sehr traurig, dass wir gerade jetzt nicht vor Ort waren, um den Menschen beizustehen und ihnen angesichts dieses so schmerzhaften Ereignisses Mut zuzusprechen. Zum Glück erreichten wir viele telefonisch und beteten so mit ihnen gemeinsam. Nach unserer Rückkehr besuchten wir die trauernden Familien und einige Verletzte in unserer Nachbarschaft.
So groß der Schmerz und so tief die Wunden waren, der Glaube der Menschen war noch viel größer und tiefer. Alle hier vertretenen christlichen Konfessionen versammelten sich, um sich gegenseitig zu stützen und zu ermutigen.
Die Monate vergingen. Am 6. September, einem Samstag, welche Überraschung und Freude! Nach den 22 Beerdigungen wurden jetzt in derselben Kirche 22 Kinder getauft. Es war ein Zeugnis der Hoffnung, der Auferstehung und der Lebenskraft, das sich wie lindernder Balsam über den Schmerz und die Trauer legte. Der christliche Glaube wird nicht sterben! Diese tiefe Überzeugung wurde uns neu und tief ins Herz gelegt. Mit jeder Prüfung und jedem durchlebten Leid wird er stärker und reifer. Das durften wir ganz konkret erleben.
Die Freude war riesig, als sich die Gesänge des Chores mit den „Youyou“-Rufen und den Stimmen der Kinder, die auf ihre Taufe warteten, vermischten. Drei Bischöfe und 22 Priester waren anwesend, um die Kinder zu taufen und ihnen die Kommunion zu reichen, wie es zu Beginn des Christentums und auch heute noch in der orthodoxen Kirche üblich ist. Wir erlebten ein neues Pfingsten!
Ein Freund, der mit seiner Familie nach der Spiritualität von Charles de Foucauld lebt, hat uns zur Taufe seiner beiden Kinder eingeladen. Das war für uns die Gelegenheit, an diesem großen Ereignis teilzunehmen. Wir durften Zeuginnen davon werden, wie in einer Kirche, heimgesucht von blinder Gewalt, neues Leben und unbezwingbare Hoffnung aufblüht. All das erfüllt unsere Herzen und wir freuen uns, dass wir es mit euch teilen können.
Die Kleinen Schwestern von Dwelaa,
Daad, Mariam-Nour und Terexa-Chung
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