Wo leben wir?

Polen

Krakau

Wir leben seit 1985 in Nowa Huta, einem Stadtteil, der für die Arbeiter einer großen Metallfabrik gebaut wurde. Wir selber arbeiten zurzeit als Reinigungskräfte oder Küchenhilfe. Von Anfang an war es unser Anliegen, dort wo wir leben und arbeiten, Vertrauen und Hoffnung zu verbreiten und Freundschaften aufzubauen.

Das tägliche Gebet und die Anbetung sind die Grundlagen unseres Lebens und unserer Beziehungen. Wir möchten, dass unsere Tür offen ist für die Menschen in der Nachbarschaft und alle, die Hilfe suchen.

Im Laufe der Jahre hat sich das Stadtviertel verändert. Inzwischen leben hier viele junge Paare mit Kindern und Menschen aus anderen Ländern und Kulturkreisen. Es sind oft die kleinen, alltäglichen Gesten, durch die neue Beziehungen entstehen.

Besonders wertvoll sind für uns auch die Freundschaft mit Menschen anderer Glaubensrichtungen, die durch ökumenische Begegnungen entstanden sind.

Tschenstochau

Die Gemeinschaft von Tschenstochau befindet sich in der Nähe eines der größten Marienheiligtümer Polens. Sie wurde 1966 gegründet und ist im Laufe der Jahre zum „Familienhaus” für die in Polen lebenden Kleinen Schwestern geworden. Viele Jahre war sie auch ein wichtiger Treffpunkt für die Kleinen Schwestern, die in den verschiedenen Ländern hinter dem „Eisernen Vorhang” lebten.

Heute ist diese Gemeinschaft in besonderer Weise das Zuhause für kranke und ältere Kleinen Schwestern. Wir leben Gastfreundschaft und Empfang, aber auch Stille und Gebet. Da wir zahlreicher sind als in anderen Gemeinschaften haben wir die Möglichkeit, über einen längeren Zeitraum des Tages das Allerheiligste Sakrament anzubeten, und fast jeden Tag tauschen wir uns über das Wort Gottes aus.

Viele Kleine Schwestern halten hier auf der Durchreise oder für einen kurzen Aufenthalt inne. Wir treffen auch Gruppen, die sich für unsere Spiritualität interessieren, oder Menschen, die auf verschiedene Weise in der Kirche engagiert sind. Auch die Begegnungen in der Nachbarschaft sind uns kostbar.

In der Begleitung von Kleinen Schwestern und dem Konfrontiert sein von Krankheit und Tod, wurde uns die Erfahrung geschenkt, die Schönheit eines gottgeschenkten Lebens wahrzunehmen und zu berühren.

Pewel Mała

Im Jahr 2000 fanden wir, nach langer Suche und auf die Fürsprache von Kleiner Schwester Magdeleine in der Nähe von Żywiec (an der Grenze zur Slowakei und zur Tschechischen Republik) ein Haus, das unseren Wünschen für eine Anbetungsgemeinschaft entsprach. Das Haus liegt in den Bergen in einer ländlichen Umgebung. Wir haben eine Nachbarschaft und gleichzeitig liegt das Haus weitgenug entfernt vom Lärm einer belebten Straße.

Es ist ein Ort des Gebets und der Anbetung, von dem wir selber aber auch viele andere Menschen profitieren. Wir haben eine schöne Einsiedelei, die für „Wüstentage”, Exerzitien und auch für Zeiten der spirituellen Erneuerung genutzt wird. Wir haben auch eine Werkstatt, in der wir mit Ton arbeiten.

In der Vergangenheit lebten die Einwohner von Pewel hauptsächlich in der Landwirtschaft, heute hat sich vieles, nicht zuletzt die Bevölkerung verändert. Viele Bewohner sind aus verschiedenen Regionen des Landes zugezogen. Wir versuchen, Beziehungen zu allen zu pflegen, auch zu denen, die aus verschiedenen Gründen der Kirche und dem Glauben fernstehen

Stettin

Der Nordwesten Polens gehört zu den am stärksten säkularisierten Regionen des Landes. Wir leben seit 1984 dort. Wir wohnen in einem gewöhnlichen Stadtviertel, in einem alten Gebäude. Durch unsere Arbeit und durch Besuche knüpfen wir Kontakte zu den Menschen.

Eine Besonderheit von Stettin ist, dass sich das Leben auf der Straße abspielt. Die Menschen sind offen, freundlich und direkt. Sie sind es, die uns anhalten, um mit uns zu sprechen, ihre Geschichte zu erzählen und uns manchmal zu segnen. Einige schließen sich uns zur Anbetung oder zum gemeinsamen Gebet an. Wir begegnen oft Menschen, die mit Abhängigkeiten zu kämpfen haben, oder Menschen ohne festes Zuhause, die oft eine schwierige Lebensgeschichte haben. Wir spüren die Einladung hier an diesem Ort das Geheimnis von Nazaret zu leben.

In dieser an der deutschen Grenze gelegenen Hafenstadt mit ihren vielen Grünflächen sind wir zu Hause genauso wie die vielen Menschen, die aus der Ukraine hierher geflüchtet sind oder aus anderen Ländern von allen Kontinenten: aus Afrika, dem Nahen Osten und Asien.

Warschau

In der Hauptstadt kreuzen sich die Wege und Realitäten vieler Welten. Unsere Gemeinschaft, die sich im sechsten Stock eines Gebäudes befindet, wurde 2002 gegründet. Seither treffen in unserem Stadtviertel immer mehr Gegensätze aufeinander, etwas verändert sich, wir befinden uns in einem konstanten Wandel.

Auf der einen Seite sind wir umgeben von den Straßen des alten Praga, einem Viertel, das von einer komplexen Kultur und einem bemerkenswerten Anteil von Armut und Kriminalität geprägt ist. Auf der anderen Seite beobachten wir eine ganz andere, mehr oder weniger anonyme Welt: moderne Gebäude, einem Zustrom neuer Einwohner sowie Geschäfte und Dienstleistungen, die von Menschen betrieben werden, die hauptsächlich aus Georgien, Vietnam und den Philippinen stammen. Manchmal ist die Sprachbarriere unüberwindbar, und dann gibt es Momente, in denen ein Lächeln oder ein wohlwollender Blick sich in allen Sprachen auszudrücken scheint.

Diejenigen von uns, die bereits im Ruhestand sind, engagieren sich für ältere Menschen in unserem Viertel und nehmen an verschiedenen Initiativen teil, die speziell für sie ins Leben gerufen wurden. Wer noch einer bezahlten Arbeit nachgehen kann, trifft am Arbeitsplatz auf Menschen anderer Kulturkreise, die oft hierher flüchten mussten. So entstehen immer wieder neue Beziehungen.

All dies führt dazu, dass wir konkret „im Herzen der Welt” leben dürfen.