Wo leben wir?



Italien
Assisi

Die Gemeinschaft in Assisi wurde 1953 als sogenannte „Anbetungsfraternität“ gegründet. Es ist ein Ort, an dem Kleinen Schwestern eine mehr oder weniger lange Zeiten der Stille, des Gebets und der Einsamkeit verbringen können.
Vor einigen Jahren wurde sie dann „Regionalfraternität”. Das heißt, sie ist der Wohnort der für die Gemeinschaften in Italien verantwortlichen Kleinen Schwester, die von hier aus die Kleinen Schwestern in den verschiedenen Gemeinschaften besucht und ermutigt. Sie steht im Dienst der Einheit und des Charismas.
Gleichzeitig ist Assisi wie das „Herz“ der Gemeinschaften in Italien, denn hier kommen die Nachrichten aus allen Niederlassungen an und werden weitergegeben.
Die Gemeinschaft befindet sich in einer ländlichen Umgebung, und je nach Bedarf und unseren Möglichkeiten arbeiten wir im Gemüsegarten und bei der Olivenernte. Aus Solidarität mit denen, die in prekären Verhältnissen leben und ständig auf der Suche nach Arbeit sind, nehmen einige von uns auch regelmäßig an Flohmärkten teil, um ein bisschen dazu zu verdienen.
Chiusi

Wir sind in den 1990er Jahren in diese wunderschöne Landschaft der Toskana gezogen. Wir wollten in der Nähe der Saisonarbeiter und Arbeiterinnen sein und in einem Umfeld zunehmender Entchristianisierung eine kirchliche Präsenz zeigen.
Das Haus ist groß und gut ausgestattet, sodass auch ältere Schwestern, oder solche mit gesundheitlichen Problemen hier leben und ihren Platz finden können. Manchmal nehmen wir auch Kleine Schwestern für eine Zeit des Gebets oder der Erholung auf.
Zwei von uns arbeiten außerhalb, eine in einer Reinigungsfirma und die andere in der Saisonarbeit (Weinlese, Ölmühle, Hotel…). So können wir unseren Lebensunterhalt verdienen, in der Arbeitswelt präsent bleiben und mit anderen Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten. Um das Haus herum haben wir einen Garten, in dem wir mit Hilfe und Ratschlägen der Nachbarn auch Gemüse anbauen. Das Gebet ist der Dreh,- und Angelpunkt unseres Alltags. Hier bringen wir die Menschen in unserer Nachbarschaft und in der Welt vor Gott und vertrauen sie seiner Liebe an.
Mailand

Wir wohnen in einem Vorort, in einer der Sozialbausiedlung namens „Case Bianche”.
Unser Alltag? Wir arbeiten, um unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Um unser Leben am Vorbild unserer Nachbarinnen und Nachbarn auszurichten, wählen wir einfache, manuelle Tätigkeiten. Die Tür unserer Wohnung steht allen offen, die anklopfen. Die meisten kommen einfach vorbei, um zu plaudern, einen Tee oder Kaffee zu trinken oder neue Energie zu tanken.
Wir beteiligen wir uns auch an verschiedenen Initiativen, die den interreligiösen Dialog fördern. In dem Maß, in dem wir uns kennenlernen, nehmen auch die Ängste und Vorurteile nach und nach ab und wir kommen uns näher. In dem Maß, in dem wir uns kennenlernen, nehmen auch die Ängste und Vorurteile nach und nach ab und wir kommen uns näher.
Das persönliche und gemeinschaftliche Gebet, das sich auf das Wort Gottes konzentriert, ermöglicht es uns, die Menschen und die Realität, denen wir begegnen, mit den Augen Gottes zu sehen.
Neapel

Wir leben am östlichen Rand der Stadt: Der Vesuv zeigt sich uns in seiner ganzen majestätischen Größe und erinnert uns gleichzeitig ehrfürchtig, dass er eines Tages wieder erwachen könnte. Unser Stadtteil wurde nach dem Erdbeben in den 80er Jahren erbaut und ist daher noch recht „jung”.
Eingebettet zwischen der Schönheit dieser Gegend und den täglichen Sorgen, begegnen wir, wie in vielen Vororten, auch der Müdigkeit so vieler Menschen aufgrund von Arbeitslosigkeit. Selbst für uns ist es immer noch schwierig, einen Arbeitsplatz zu finden: Früher konnten wir noch in kleinen Fabriken arbeiten. Heute arbeiten wir, wie viele unserer Nachbarinnen und Nachbarn, hauptsächlich als Reinigungskräfte.
Die Beziehung zu Freundinnen und Nachbarn erfordert vor allem ein offenes Ohr und die Fähigkeit zuzuhören. Wenn wir das Haus verlassen, um den einen Besuch zu machen, werden wir oft unterwegs aufgehalten und in ein Gespräch verwickelt. Die Straße ist ein offener Raum, ein Ort, um seine Freuden und Sorgen zu teilen. Das ist uns sehr lieb!
Als Gemeinschaft möchten wir der Sauerteig sein, der, versteckt in einer Handvoll Mehl, jedem Menschen, dem wir begegnen, ein Stück Brot schenken kann.
Nettuno

Wir sind eine Gemeinschaft älterer Kleiner Schwestern. Wir sind aus verschiedenen Ländern zurückgekommen, wo wir viele Jahre liebevoll von anderen Völkern aufgenommen worden sind. Durch sie hat sich unser Herz für den Reichtum der Vielfalt geöffnet und Dank der digitalen Welt können wir auch heute noch mit ihnen in Kontakt bleiben.
Wir möchten, dass unsere Gemeinschaft ein Haus des Gebets und der Gastfreundschaft ist, eine Tür, die offen bleibt, um neue Beziehungen zu knüpfen. Trotz unseres fortgeschrittenen Alters „vergrößern wir unser Zelt”, indem wir Kleine Schwestern aus verschiedenen Ländern für eine Zeit der Erholung oder des Gebets bei uns aufnehmen.
Auch in die Pfarrei sind wir fest eingebunden und verfolgen mit Interesse die oft ökumenischen Aktivitäten, die von der Diözese angebotenen werden. Im Laufe der Zeit haben sich die Freundschaften vertieft, was uns bestätigt, dass unser Charisma in jedem Alter gelebt werden kann, wenn man tief und radikal auf die Liebe Gottes vertraut.
Rom Molara

Wir wohnen in der Nähe der U-Bahn-Station Arco di Travertino in einem kleinen Haus mit einem hübschen Innenhof. Die Struktur des Hauses ist auf das Leben älterer Schwestern mit gesundheitlichen Problemen abgestimmt.
Da wir leicht zu erreichen sind, ist unsere Gemeinschaft auch ein Ort der Durchreise für Schwestern, die für eine Zeit nach Rom kommen, z.B. um ihre Dokumente zu erledigen, sich medizinisch behandeln zu lassen oder um Italienisch zu lernen.
Freundinnen und Freunden und den Menschen in der Nachbarschaft steht unsere Türe offen. Seit einiger Zeit entdecken wir mehr und mehr neue Gesichter. Das Viertel wird bunter, viele kommen aus weit entfernten Ländern. Da wir uns bewusst sind, wie komplex es in unserer Gesellschaft ist, Beziehungen aufzubauen, achten wir auf die kleinen Begegnungen auf der Straße oder auf dem Markt. Es ist eine einfache und doch nicht selbstverständliche Art, unser Nazareth zu leben.
Termoli

Wir wohnen in einer Wohnung im Stadtteil „La Proletaria”.
Unsere wichtigste Aufgabe: Zu leben! Allein den Alltag zu bestreiten kostet uns viel Energie, zumal wir, da wir in einem Vorort wohnen, gezwungen sind, „nach Termoli hinunterzufahren” – wie man so schön sagt –, um einzukaufen und Freunde zu treffen. Der Bus ist ein beliebter Treffpunkt, und da wir uns mittlerweile fast alle kennen, ist er ein guter Ort, um Neuigkeiten und Informationen auszutauschen oder sogar zu diskutieren. Die Tür der Gemeinschaft steht weit offen und die gelebte Gastfreundschaft ist uns sehr kostbar. Es ist schön, wie jede von uns sich weiterhin unter Achtung ihres eigenen Potenzials einbringt.
Die Beziehungen zu den Menschen um uns herum, prägen unseren Alltag und wir genießen die Besuche, die wir uns gegenseitig abstatten. Die Einladung des heiligen Paulus an die Römer ist es, die wir versuchen anzunehmen und mit Leben zu füllen: „Seid untereinander eines Sinnes. Strebt nicht nach dem Hohen, sondern haltet euch zu den Niedrigen” (Röm 12,16b).
Turin

Wir leben in einem multikulturellen und multireligiösen Viertel. Die Straßen sind gespickt voll mit Callcentern, exotischen Imbissbuden, arabischen und chinesischen Geschäften und Nachtlokalen. Und dann gibt es, inmitten des Trubels, der zu jeder Tageszeit die Straßen füllt, auch diejenigen, die offen Drogen oder ihren Körper verkaufen.
Die alteingesessenen Bewohner und Bewohnerinnen akzeptieren diese vielfältige Koexistenz nur schwer. Trotzdem, mit der Zeit sind Initiativen entstanden, um Begegnungen, Integration und gegenseitiges Kennenlernen zu fördern. Es sind Aufnahmeorte entstanden, um Menschen, die auf der Straße leben, Hilfe anzubieten. Auch wir sind dort, im Wunsch nach Begegnungen, vor allem mit denjenigen, die vom Leben am meisten verletzt sind. Wir haben nichts anderes zu bieten als einen Gruß, Zeit zum Zuhören, den Raum unseres Hauses, um miteinander zu sprechen, oft bei einer Tasse Kaffee.
Und manchmal wird aus einer Begegnung „die Begegnung”, wenn wir uns selbst so annehmen, wie wir sind. Wenn wir zulassen, dass die offenen Wunden der anderen, uns helfen, uns mit unseren eigenen Verletzungen zu versöhnen und wenn wir entdecken, dass nichts die Schönheit auslöschen kann, die Gott in uns gelegt hat.